Forum

Für die Erarbeitung der Dokumentationen wurden insgesamt 1.570 Literatur-, Archiv- und Personenquellen verarbeitet. Angesichts der Vielzahl von Einrichtungen und Arbeitsformen sowie der Komplexität des Feldes incl. seiner internen Dynamik im Zeitverlauf ist dennoch anzunehmen, dass es Lücken gibt oder Präzisierungen sinnvoll erscheinen. Hier sind alle Interessierten eingeladen, diesbezügliche Informationen mitzuteilen. Auch Literaturhinweise und Zeitzeugenerinnerungen sind willkommen.

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Zur Zeit interessieren uns aufgrund von Ausarbeitungen, die aktuell entstehen, vor allem Informationen zu zwei Aspekten: zum einen Hinweise auf Graue Literatur, also nicht verlags- und buchhandelsgebundene Literatur (incl. unveröffentlichter oder auf Universitätsservern online veröffentlichter Graduierungsarbeiten von Bachelor bis Habilitationsschriften); zum anderen Hinweise auf konfessionell geprägte Bildungseinrichtungen jeglicher Art, die zwischen 1945 und 1989 auf dem Territorium Sachsen-Anhalts bzw. der Bezirke Halle und Magdeburg bestanden, und auf Informationsquellen zu diesen.

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4 Antworten auf „Forum“

  1. Am 26.11.2020 haben wir im Arbeitskreis „Theorie und Praxis der kirchlichen Bildungsarbeit in der DDR“ bei der Forschungsstelle „Kirchliche Praxis in der DDR. Kirche (sein) in Diktatur und Minderheit“ (Theologische Fakultät der Universität Leipzig) die zentralen Ergebnisse unserer Recherchen vorgestellt. In der anschließenden Diskussion gab es zwei Hinweise auf weitere relevante Arbeitsformen:
    Zum einen habe es – analog zu den Aktivitäten der Jungmännerwerke – auch eine Mädchenarbeit gegeben, getragen von der evangelischen Frauenarbeit.
    Zum zweiten wurde auf eine regelmäßige Werkstatt Feministische Theologie hingewiesen, gleichfalls von der evangelischen Frauenarbeit getragen und im Jugendheim Hirschluch in Storkow/Mark stattfindend (nicht zu verwechseln mit dem Arbeitskreis Feministische Theologie, der im Handbuch steht).

  2. In Potsdam wurde 1979 eine Evangelische Ausbildungsstätte für Gemeindepädagogik eröffnet. Michael Schicketanz ergänzt den Gründungsakt aus den privaten Überlieferungen seines Vaters, Peter Schicketanz, zu dieser Zeit Konsistorialrat der KPS, um folgende Einschätzung:
    „Wir haben vor, dort eine neue Ausbildung für Kinder- und Jugendarbeit im September 1978 zu eröffnen. Das ist einigermaßen aufregend. Meist wird gespart und bestehende Ausbildungsstätten zur Zusammenarbeit und Reduktion zu bringen ist unheimlich kompliziert. Demgegenüber ist der Aufbau einer neuen Ausbildung vergleichsweise leicht. Bis jetzt jedenfalls.“ (Brief von Dr. Peter Schicketanz am 2.10.77 an seine Mutter)

  3. Markus Schmidt nimmt in der „Ökumenischen Rundschau“ 4/2020 die Darstellungen zu den Hauskreisen zum Anlass, weitere Formen religiöser Allgemeinbildungsaktivitäten zu erinnern. Die Hauskreise – „eine fluide Form der informellen Netzwerkbildung“ – hätten einen Fall der kirchlichen Bildungsarbeit auf der Grenze zum Privaten dargestellt, und damit erinnerten sie an weitere solche Grenzfälle der religiösen Allgemeinbildung, die sich nicht im Buch finden:
    „Rüstzeitarbeit, Einkehrtage bzw. Retraitenarbeit etc. Hier wären auch Formen der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit zu nennen, die z.B. im Kontext der innerkirchlichen charismatischen Bewegung (Volksmissionskreis Sachsen, Südharzbruderschaft, Lauenhainkreis u.a.) als Rüstzeiten, Oasenwochen, verbindliche Freundeskreise und Geistliche Gemeinschaften bestanden und z.T. neben der Allgemeinbildung auch Schulungen für ehrenamtliche Mitarbeiter durchführten.“
    Ebenso ließen sich „als Bindeglied zwischen Hauskreisarbeit und Theologiestudium auch die studienbegleitende Arbeit mit bzw. von Theologiestudenten“ nennen:
    „Anders als in der damaligen BRD, wo die evangelikale studienbegleitende Arbeit als Zusatzprogramm zum Theologiestudium durch Bekenntnisgruppen durchgeführt bzw. organisiert wurde, organisierten Studenten vergleichbare Arbeitsformen selber (als Hauskreise, als Rüstzeiten, mit Pfarrern, als Geistliche Gemeinschaften) oder die Ausbildungsstätten bzw. Landeskirchen boten solche Begleitangebote an.“

  4. Christoph Kähler schreibt in seiner Rezension in der ThLZ 5/2020: „Angesichts der breiten Darstellung bleibt es nicht aus, dass manche Einrichtungen und Arbeitszusammenhänge nicht erfasst oder sachlich bzw. terminologisch nicht korrekt dargestellt werden.“ Er benennt aus seiner unmittelbaren Erfahrung:
    • katechetische Lehrgänge beim Theologischen Seminar Leipzig fanden mangels ausreichender Bewer-bungen lediglich in zwei Durchgängen statt;
    • Erwähnung finden können hätten noch der einmalige „Kirchliche Kursus für Kinder- und Jugendarbeit“ (1985–1990) in Leipzig, die jährlich tagende Arbeitsgemeinschaft der evangelischen und katholischen Neutestamentler, der katholische Buchhandel incl. seiner Vernetzung sowie das Jungmännerwerk in Mecklenburg;
    • dass es am Sprachenkonvikt in Berlin einen eigenen gymnasialen Vorkurs gab, mithin Immatrikulationen ohne Abitur, ist so nicht richtig. Allerorts hatten die drei alten Sprachen von vielen erst innerhalb des Theologiestudiums erlernt werden müssen.

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